Revolution als Realpolitik

(UVK-Verlag)

Florian Wilde: 

Revolution als Realpolitik.

Ernst Meyer (1887–1930) – Biographie eines KPD-Vorsitzenden,

29,00 €, 1. Auflage, Konstanz 2018, 452 Seiten.

Ernst Meyer war ein führender Akteur der Kommunistischen Partei Deutschlands in der Weimarer Republik. Schüler Rosa Luxemburgs, Gründungsmitglied des Spartakusbundes und aktiv in der Novemberrevolution, gehörte er nach dem Ersten Weltkrieg der KPD-Zentrale an und war 1921/22 Parteivorsitzender. Als Anhänger einer revolutionären Realpolitik hatte Meyer wesentlichen Anteil an der Entwicklung der kommunistischen Einheitsfrontstrategie. Gegenüber der Ruth Fischer-Führung und später dem Thälmann-Zentralkomitee verteidigte er leidenschaftlich die Notwendigkeit innerparteilicher Demokratie. 1927 noch einmal mit an der Spitze der Partei stehend, wurde er bald darauf an den Rand gedrängt. Als Kritiker Stalins stritt er weiter gegen die verhängnisvolle These vom „Sozialfaschismus“ und für die Diskussionsfreiheit.

Erstmals zeichnet nun ein Historiker auf breit fundierter Quellenbasis das politische und private Leben und Wirken Ernst Meyers nach. Dabei werden insbesondere die strategischen Debatten innerhalb der KPD und die in der Entwicklung der Partei angelegten Alternativen zu ihrer Stalinisierung herausgearbeitet.

»Dank der hervorragenden Biographie von Florian Wilde ist Ernst Meyer der Vergessenheit entrissen. Sie verbindet eine Lebensgeschichte mit der allgemeinen Zeitgeschichte.«
Hermann Weber, Historiker

»Der frühe deutsche Parteikommunismus fand in Ernst Meyer eine zentrale Führungsfigur. Florian Wilde beschreibt erstmals ausführlich Werk und Wirken dieses Kampfgefährten Rosa Luxemburgs.«
Klaus Kinner, Historiker

»Ein unverzichtbarer Beitrag zur Erforschung der Geschichte der KPD in der Weimarer Republik.«
Frank Deppe, Politologe

»Eine spannende Lektüre für alle, die den Wandel des Kommunismus von einer emanzipatorischen Bewegung in ein autoritäres Projekt verstehen wollen.«
Oliver Nachtwey, Soziologe

Florian Wilde ist promovierter Historiker und arbeitet als gewerkschaftspolitischer Referent im Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Rezensionen

„Die 412 Seiten der Lebensgeschichte lesen sich flüssig und streckenweise geradezu packend. Dazu beigetragen hat, dass Florian Wilde seine Doktorarbeit für ein breiteres Publikum deutlich gekürzt, ansprechend illustriert und die akademische Sprache überarbeitet hat. Allen, die an einem Wiederaufbau der Arbeiterbewegung interessiert sind, kann „Revolution als Realpolitik“ somit nur empfohlen werden.“
Christoph Wälz in: express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 11/2018.

„Das Buch ist eine spannende Lektüre über die wechselvolle Geschichte der KPD und gibt einen hervorragenden Überblick über das Wirken eines außergewöhnlichen Kommunisten.“
Uwe Hiksch in: NaturfreundIn 2018/3.

„Das Buch von Florian Wilde ist ein wirkliches Buch, wunderbar editiert und eine echte Bereicherung in der unendlichen Debatte über einen Marxismus des subjektiven Faktors.“
Thies Gleiss in: SoZ 07/2018. 

„Wilde scheut in seiner Darstellung nicht davor zurück, die Widersprüche Meyers und der KPD selbst offen darzustellen und damit der Debatte zu öffnen. Seine Biographie ist nicht nur wegen dieser historisch-kritischen Herangehensweise äußerst verdienstvoll.“
Janis Ehling: Ein KPD-Vorsitzender zwischen den Fraktionen, in: Z – Zeitschrift marxistische Erneuerung, Nr. 116 (Dez. 2018), S.239f.

„Das von Florian Wilde verfasste Buch bleibt bis zu seinem Ende interessant, spannend und lehrreich.“
Tillmann Rosenau in: Mitteilungen der KPF, 3.9.18.

„Revolution oder Realpolitik, Florian Wilde hat mit diesem Wortpaar im Titel seines Buches einen treffenden Wirkungsrahmen der gesellschaftlichen Zustände bezeichnet . Er hat auch das Tätigkeitsfeld dieses KPD-Spitzenfunktionärs bestimmt. Zu den bemerkenswerten Seiten dieser politischen Biografie gehört, sie versucht gar nicht erst schlüssige, gar endgültie Antworten zu geben.“
Horst Helas in: antifa-Rundbrief 2/2018.

“Florian Wilde hat ein wichtiges umfangreiches Buch unter dem Titel „Revolution als Realpolitik Ernst Meyer Biografie eines KPD Vorsitzenden“ verfasst.“
Max Brym in: scharf links, 23.12.18.

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